Winter-Fütterung: So bleibt dein Hund auch bei Kälte fit und gesund
Wenn die Temperaturen sinken, verändert sich der Energiebedarf deines Hundes. Erfahre, wie du deinen Vierbeiner durch die kalte Jahreszeit fütterst und welche Nährstoffe jetzt besonders wichtig sind.
Warum die Winterzeit besondere Aufmerksamkeit bei der Fütterung erfordert
Wenn die ersten Frostnächte Einzug halten und der Schnee die Landschaft in ein weißes Kleid hüllt, verändert sich für deinen Hund mehr als nur das Landschaftsbild. Die kalte Jahreszeit stellt besondere Anforderungen an den Organismus deines Vierbeiners, und die Ernährung spielt dabei eine zentrale Rolle für Gesundheit und Wohlbefinden.
Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt muss der Hundekörper mehr Energie aufbringen, um seine Körpertemperatur konstant zu halten. Diese sogenannte Thermoregulation kostet ordentlich Kalorien - und genau hier liegt der Knackpunkt vieler Fütterungsfehler im Winter. Während du im Sommer vielleicht sogar die Futtermenge reduzieren solltest, um Übergewicht vorzubeugen, ist im Winter oft das Gegenteil der Fall. Besonders bei Hunden, die sich viel im Freien aufhalten, kann der Energiebedarf um bis zu 30 Prozent ansteigen.
Doch nicht nur die Menge ist entscheidend. Die Qualität der Nahrung und die enthaltenen Nährstoffe bestimmen maßgeblich, wie gut dein Hund mit den winterlichen Herausforderungen zurechtkommt. Ein gut genährtes Tier mit einem intakten Immunsystem übersteht Kälte, Nässe und die typischen Wintererkältungen deutlich besser als ein Hund, dessen Fütterung nicht auf die kalte Jahreszeit abgestimmt ist.
Die wichtigsten Nährstoffe für die kalte Jahreszeit
Wenn du deinen Hund durch den Winter füttern möchtest, solltest du zunächst verstehen, welche Nährstoffe jetzt besonders gefragt sind. Proteine stehen dabei an erster Stelle, denn sie sind nicht nur Baustoffe für Muskeln, sondern spielen auch eine entscheidende Rolle bei der Immunabwehr und der Thermoregulation. Ein Hund mit ausreichend hochwertigem Eiweiß im Futter kann seine Körpertemperatur effizienter aufrechterhalten und hat gleichzeitig mehr Reserven für die Reparatur kleinerer Gewebeschäden, die durch Kälte entstehen können.
Fette sind der zweite wichtige Energielieferant im Winter. Sie liefern nicht nur konzentrierte Kalorien, sondern sind auch Träger fettlöslicher Vitamine und enthalten essentielle Fettsäuren, die für ein glänzendes Fell und gesunde Haut unerlässlich sind. Gerade im Winter, wenn die Luft trocken ist und die Heizungsluft in der Wohnung zusätzlich an den Fellobflächen zerrt, benötigt dein Hund diese Fettsäuren, um seine Hautbarriere intakt zu halten.
Besonders wertvoll sind Omega-3-Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken und die Gelenkgesundheit unterstützen. Das ist besonders für ältere Hunde wichtig, bei denen die Kälte häufig Gelenkbeschwerden verstärkt. Achte beim Futterkauf daher auf Produkte mit hohem Fischanteil oder speziellen Öl-Zusätzen, die diese wichtigen Fettsäuren liefern.
Worauf du beim Winterfutter besonders achten solltest
Die Wahl des richtigen Winterfutters geht über den bloßen Blick auf die Zutatenliste hinaus. Zunächst solltest du den Aktivitätsgrad deines Hundes ehrlich einschätzen. Ein Hund, der auch im Winter täglich stundenlang im Freien unterwegs ist, hat einen deutlich höheren Energiebedarf als ein Tier, das nur kurze Gassirunden bei moderaten Temperaturen unternimmt. Diese Einschätzung bildet die Grundlage für die richtige Futtermenge und -zusammensetzung.
Getreidefreie Futtermittel haben sich im Winter als besonders vorteilhaft erwiesen. Der Grund liegt in der besseren Verdaulichkeit und der geringeren Belastung des Verdauungstrakts. Bei niedrigen Temperaturen arbeitet der Hundekörper auf Hochtouren, und eine leichte, hochverdauliche Nahrung entlastet den Organismus. Gleichzeitig bedeutet weniger unverdaute Nahrung auch weniger Probleme mit Blähungen oder Durchfall, die im Winter besonders unangenehm sind.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Feuchtigkeitsversorgung. Viele Hunde trinken im Winter weniger, weil das Wasser schnell einfriert oder die Kälte den Durst dämpft. Feuchtfutter oder das Anfeuchten des Trockenfutters mit lauwarmem Wasser kann hier helfen, die Flüssigkeitszufuhr zu verbessern. Achte auch auf einen angemessenen Gehalt an Ballaststoffen, die eine gesunde Verdauung fördern und gleichzeitig für ein längeres Sättigungsgefühl sorgen.
Praktische Tipps für die Winterfütterung
Neben der Wahl des richtigen Futters gibt es einige praktische Maßnahmen, die du ergreifen kannst, um deinen Hund optimal durch den Winter zu bringen. Eine davon betrifft die Fütterungszeiten: Im Winter solltest du deinen Hund eher abends füttern, denn die Verdauung wärmt den Körper von innen. Diese zusätzliche Wärme kommt deinem Hund besonders in der Nacht zugute, wenn die Temperaturen auf ihren Tiefpunkt sinken.
Wenn dein Hund zu den temperamentvollen Typen gehört, die auch bei Schnee und Eis ihre Runden drehen, solltest du die Futtermenge entsprechend anpassen. Eine pauschale Empfehlung von 10 bis 20 Prozent mehr Futter im Winter ist ein guter Ausgangspunkt, aber beobachte deinen Hund genau. Nimmt er zu oder wirkt er träge nach dem Füttern, solltest du die Menge eher konstant halten. Bei sehr kalten Temperaturen unter minus zehn Grad kann eine weitere Steigerung sinnvoll sein.
Achte auch auf die Außentemperatur des Futters. Futter, das längere Zeit im Freien stand und durchgefroren ist, belastet den Verdauungstrakt deines Hundes. Biete das Futter immer Zimmertemperatur an und entferne unverzehrte Reste zeitnah. Bei Hunden mit empfindlichem Magen kannst du das Futter auch leicht anwärmen - achte jedoch darauf, dass es nicht zu heiß ist, um Verbrennungen zu vermeiden.