Teures Hundefutter ist besser? Mythen über Premium-Preise im Faktencheck

Ist hochpreisiges Hundefutter wirklich besser? Wir räumen mit sieben verbreiteten Mythen auf und zeigen, worauf es wirklich ankommt.

Einleitung: Der Preis-Dschungel beim Hundefutter

Du stehst im Zoofachmarkt vor dem Hunfutter-Regal und fragst dich wieder einmal: Muss es die Premium-Marke für 89 Euro sein, oder reicht auch das günstige Futter für 15 Euro? Die Preisunterschiede sind enorm – und die Verwirrung oft noch gröher. Zwischen Billigfutter und Premium-Produkten klafft eine Lücke von teilweise mehr als 70 Euro pro Packung. Doch was steckt wirklich hinter den unterschiedlichen Preisschildern?

Die Hundefutter-Industrie hat in den letzten Jahren einen gewaltigen Wandel durchgemacht. Was früher schlicht als "Trockenfutter" oder "Nassfutter" bezeichnet wurde, trägt heute klingende Namen wie "biologisch artgerecht", "getreidefrei" oder "High-Protein-Formel". Diese Begriffe kosten jedoch ihren Preis – wortwörtlich. Aber sind diese teuren Versprechen wirklich haltbar? Oder zahlen wir am Ende nur für cleveres Marketing?

In diesem Artikel nehmen wir sieben der hartnäckigsten Mythen rund um Hundefutter-Preise unter die Lupe. Mit echten Produktbeispielen, wissenschaftlichen Erkenntnissen und ganz ohne Schönfärberei erklären wir dir, was wirklich zählt – und wo du getrost sparen kannst.

Mythos 1: Hoher Preis garantiert hohe Qualität

Der Mythos: Viele Hundebesitzer sind überzeugt, dass ein hoher Preis automatisch für beste Qualität steht. Schließlich kostet Qualität nun mal Geld – das gilt doch auch für Hundefutter, oder?

Die Wahrheit: Diese Annahme ist nur teilweise richtig. Zwar spiegeln sich hochwertige Zutaten oft im Preis wider, doch ein hoher Preis allein ist kein Qualitätsversprechen. Entscheidend ist, was tatsächlich im Futter steckt – und nicht, wie viel der Hersteller dafür verlangt.

Die Erklärung: Schauen wir uns drei konkrete Beispiele an: Das Orijen Original für 89 Euro überzeugt mit 85% Fleischanteil und 38% Protein – truly hochwertige Zutaten. Doch auch das Mac's Dog Adult Rind & Huhn für nur 3,29 Euro bietet einen beachtlichen 80%igen Fleischanteil und ist getreidefrei. Der gewaltige Preisunterschied erklärt sich durch Faktoren wie Verpackungsgröße, Marketingbudget und Vertriebswege – nicht ausschließlich durch die Qualität der Inhaltsstoffe.

Mythos 2: Mehr Protein bedeutet automatisch besseres Futter

Der Mythos: Hunde brauchen viel Protein – je höher der Proteingehalt, desto besser das Futter. Das suggerieren zumindest die Werbeversprechen vieler Premium-Hersteller.

Die Wahrheit: Protein ist zwar essentiell für Hunde, doch mehr ist nicht automatisch besser. Die Qualität der Proteinquellen und die individuellen Bedürfnisse deines Hundes sind weitaus wichtiger als die schiere Menge.

Die Erklärung: Das Orijen Original und Orijen Six Fish Adult Dog protzen mit beeindruckenden 38% Protein – ein Spitzenwert. Das Wildborn Dog Adult Wild Boar bringt es auf 32% Protein bei 70% Fleischanteil. Doch das Rinti Kennerfleisch Rind kommt mit nur 11% Protein aus, weil es sich um Nassfutter mit hohem Feuchtigkeitsgehalt handelt. Bezogen auf die Trockenmasse ist der Unterschied weit weniger dramatisch. Für die meisten ausgewachsenen Hunde sind 25-30% Protein völlig ausreichend. Überhöhte Proteingehalte können bei nierenempfindlichen Hunden sogar problematisch sein.

Mythos 3: Getreidefrei ist grundsätzlich besser für Hunde

Der Mythos: Getreide ist unnatürlich für Hunde, daher ist getreidefreies Futter die gesündere Wahl. Diese Aussage hört man ständig – und viele Premium-Marken haben sich diesem Trend verschrieben.

Die Wahrheit: Hunde sind keine strikten Karnivoren mehr. Sie haben sich über Jahrtausende an eine gemischte Ernährung angepasst. Getreide ist nicht per se schädlich – problematisch sind vielmehr minderwertige Getreidesorten und Füllstoffe.

Die Erklärung: Die meisten Premium-Produkte wie Wolfsblut Wild Duck, Wolfsblut Grey Peak Adult und Wolfsblut Arctic Fish Adult werben mit ihrer Getreidefreiheit – und das durchaus berechtigt für Allergiker. Das Mac's Dog Adult Rind & Huhn ist ebenfalls getreidefrei und bietet trotzdem ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis. Aber: Nicht jeder Hund verträgt die Alternative besser. Hochwertige Kohlenhydrate aus Süßkartoffeln oder Reis sind für viele Hunde besser verdaulich als billige Getreidefüllstoffe. Die Lösung liegt nicht im Verzicht auf Getreide, sondern in der Qualität der gesamten Rezeptur.

Mythos 4: Markenfutter ist immer besser als No-Name-Produkte

Der Mythos: Große, etablierte Marken stehen für Qualität und Sicherheit. Was nicht in den großen Zoofachgeschäften steht, kann nicht gut sein.

Die Wahrheit: Markenbekanntheit sagt wenig über die tatsächliche Futterqualität aus. Viele kleine, spezialisierte Hersteller produzieren hervorragendes Futter, während etablierte Namen oft mit ihrem Ruf teure Produkte verkaufen.

Die Erklärung: Namen wie Orijen, Wolfsblut und Wildborn sind in aller Munde – und das Orijen Original mit seinem Score von 9,5/10 sowie das Wolfsblut Arctic Fish Adult mit 9,2/10 rechtfertigen diesen Ruf auch. Doch auch das Rinti Kennerfleisch Rind (8,5/10) und das Mac's Dog Adult Rind & Huhn (7,9/10) zeigen, dass gute Qualität nicht immer Premium-Preise erfordert. Entscheidend sind die Deklaration, die Herkunft der Zutaten und die Transparenz des Herstellers – nicht der Markenname auf der Verpackung.

Mythos 5: Nassfutter ist minderwertig und ungesund

Der Mythos: Nassfutter gilt oft als "Resteverwertung" oder minderwertige Alternative zum hochwertigen Trockenfutter. Viele Halter bevorzugen Trockenfutter, weil es praktischer ist und "wertvoller" wirkt.

Die Wahrheit: Nassfutter hat durchaus seine Berechtigung und bietet sogar einige Vorteile gegenüber Trockenfutter – insbesondere für bestimmte Hundegruppen.

Die Erklärung: Das Rinti Kennerfleisch Rind ist ein Paradebeispiel für hochwertiges Nassfutter. Mit einem hohen Fleischanteil, ohne Zusatzstoffe und einem günstigen Preis von 28 Euro für 12 Dosen à 400g bietet es eine ausgezeichnete Wahl für Hunde, die mehr Feuchtigkeit benötigen. Nassfutter eignet sich besonders für Senioren, Hunde mit Zahnproblemen oder solche, die tendenziell wenig trinken. Der geringere Proteingehalt von 11% täuscht übrigens: In Bezug auf die Trockenmasse ist der Unterschied zu Trockenfutter weit geringer, als es zunächst scheint.

Mythos 6: Teures Futter macht Hunde automatisch gesünder

Der Mythos: Wer seinem Hund das beste Futter kauft, spart sich später Tierarztkosten. Premium-Futter beugt Krankheiten vor und sorgt für ein längeres, gesünderes Leben.

Die Wahrheit: Hochwertige Ernährung trägt zur Gesundheit bei, doch sie ist kein Allheilmittel. Die Genetik, Bewegung, individuelle Veranlagung und regelmäßige Tierarztbesuche spielen eine ebenso wichtige Rolle.

Die Erklärung: Natürlich ist es besser, Zutaten in Lebensmittelqualität zu füttern als minderwertige Füllstoffe. Das Wildborn Dog Adult Wild Boar mit 70% Fleischanteil und optimiertem Calcium-Phosphor-Verhältnis ist zweifellos eine gesunde Wahl. Doch selbst das günstige Mac's Dog Adult Rind & Huhn bietet mit 80% Fleischanteil eine solide Grundlage. Was wirklich zählt: die Konsistenz der Fütterung, die Portionskontrolle und die Abstimmung auf die individuellen Bedürfnisse deines Hundes. Ein Hund, der das falsche Premium-Futter bekommt (etwa bei Allergien), wird nicht gesünder als ein Hund mit dem passenden Mittelklasse-Futter.

Mythos 7: Fischfutter ist grundsätzlich besser als Fleischfutter

Der Mythos: Fisch gilt als besonders gesund, reich an Omega-3-Fettsäuren und легко verdaulich. Viele Halter schwören auf Fischfutter – besonders wenn es teuer ist.

Die Wahrheit: Fisch bietet tatsächlich Vorteile, doch er ist nicht für jeden Hund die beste Wahl. Geschmack, Verträglichkeit und der individuelle Bedarf entscheiden.

Die Erklärung: Das Wolfsblut Arctic Fish Adult (54,90 Euro, 9,2/10) und das Orijen Six Fish Adult Dog (64,99 Euro, 9,2/10) sind hervorragende Optionen für Hunde mit Geflügelallergien oder solche, die von den Omega-3-Fettsäuren profitieren sollen. Doch nicht jede Hundenase findet Fisch appetitlich – und der intensive Fischgeruch, den viele Besitzer beklagen, ist nicht jedermanns Sache. Für die meisten Hunde ist eine abwechslungsreiche Ernährung mit verschiedenen Proteinquellen die beste Strategie.

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