Hundefutter für Welpen: Der komplette Fütterungs-Guide

Die ersten Lebensmonate prägen Deinen Hund ein Leben lang. Erfahre, worauf es bei der Welpenfütterung ankommt, welche Nährstoffe besonders wichtig sind und wie Du das passende Futter für Deinen kleinen Gefährten auswählst.

Warum die richtige Fütterung in der Welpenzeit entscheidend ist

Die ersten zwölf Lebensmonate Deines Hundes sind eine Phase intensiven Wachstums und fundamentaler Entwicklung. In dieser Zeit verdreifacht oder vervierfacht sich das Körpergewicht Deines Welpen, und seine Knochen, Muskeln, Organe und das Immunsystem entwickeln sich in einem atemberaubenden Tempo. Was Du jetzt fütterst, hat direkten Einfluss auf diese Prozesse – und damit auf die Gesundheit Deines Hundes für den Rest seines Lebens.

Ein Welpe benötigt deutlich mehr Energie pro Körpergewicht als ein ausgewachsener Hund. Sein Stoffwechsel arbeitet auf Hochtouren, und sein Verdauungssystem ist noch nicht vollständig ausgereift. Das bedeutet: Die Wahl des richtigen Futters ist keine Kleinigkeit. Ein Futter, das nicht auf die Bedürfnisse von Welpen abgestimmt ist, kann zu Mangelerscheinungen führen, das Wachstum negativ beeinflussen oder sogar gesundheitliche Probleme verursachen.

Besonders wichtig ist das Calcium-Phosphor-Verhältnis, das bei Welpen in einem sehr engen Bereich liegen muss. Zu viel Calcium kann zu Skelettproblemen führen, zu wenig schwächt die Knochenentwicklung. Auch der Proteingehalt spielt eine zentrale Rolle, denn Proteine sind die Bausteine für Muskeln und Gewebe. Gleichzeitig brauchen Welpen hochwertige Fette als konzentrierte Energiequelle und für die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem.

Die wichtigsten Nährstoffe für wachsende Hunde

Wenn Du Dich mit Welpenfutter beschäftigst, wirst Du schnell feststellen, dass nicht alle Produkte gleich sind. Die Zusammensetzung variiert erheblich, und das aus gutem Grund: Verschiedene Entwicklungsstadien und Rassengrößen erfordern unterschiedliche Nährstoffkombinationen. Ein Chihuahua-Welpe hat andere Bedürfnisse als ein Deutscher Schäferhund im Wachstum.

Protein ist der wichtigste Baustoff für den wachsenden Körper. Hochwertiges tierisches Protein mit einer guten Aminosäuren-Balance sollte an erster Stelle der Zutatenliste stehen. Der Proteingehalt liegt bei guten Welpenfuttern typischerweise zwischen 28 und 35 Prozent. Produkte wie Orijen Original mit einem Proteingehalt von 38 Prozent setzen hier Maßstäbe, wobei solch hohe Werte nicht für alle Hunde notwendig sind und individuell angepasst werden sollten.

Fette liefern nicht nur konzentrierte Energie, sondern sind auch essentiell für die Entwicklung von Gehirn, Augen und Nervensystem. Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren spielen dabei eine besonders wichtige Wolfsblut Arctic Fish Adult mit seinem hohen Fischanteil und Omega-3-Gehalt kann eine gute Ergänzung sein, um diese wichtigen Fettsäuren zuzuführen. Der Fettgehalt sollte bei Welpenfutter zwischen 15 und 20 Prozent liegen.

Calcium und Phosphor arbeiten im Teamwork für starke Knochen und Zähne. Das ideale Verhältnis liegt bei etwa 1,2:1 bis 1,5:1. Produkte wie Wildborn Dog Adult Wild Boar mit einem ausgewogenen Calcium-Phosphor-Verhältnis sind auf diese Bedürfnisse abgestimmt. Besonders bei großen Rassen ist die richtige Calciumversorgung kritisch, da ein Zuviel oder Zuwenig zu Entwicklungsstörungen führen kann.

Getreidefrei oder mit Getreide: Was ist besser für Welpen?

Die Frage getreidefrei oder nicht beschäftigt viele Hundebesitzer, und die Antwort ist nicht pauschal möglich. Getreidefreies Futter hat in den letzten Jahren an Popularität gewonnen, und das aus gutem Grund: Viele Hunde zeigen Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Getreidesorten, und die natürliche Ernährung des Wolfes enthält ebenfalls kein Getreide. Für Welpen mit empfindlichem Magen oder nachgewiesenen Allergien kann getreidefreies Futter die bessere Wahl sein.

Wolfsblut Grey Peak Adult bietet mit 65 Prozent Fleischanteil und komplett getreidefreier Rezeptur eine hochwertige Option für Welpen größerer Rassen, die zu Verdauungsproblemen neigen. Auch Wolfsblut Wild Duck und Wildborn Dog Adult Wild Boar setzen auf getreidefreie Formeln mit hohem Fleischanteil. Diese Produkte verzichten auf Weizen, Mais und Soja, die häufig als Allergene identifiziert werden.

Gleichzeitig ist Getreide nicht per se schlecht. Hochwertige, gut verdauliche Getreidesorten wie Reis oder Hafer können wertvolle Energiequellen sein und sind für viele Hunde hervorragend verträglich. Purina Pro Plan Adult Sensitive Digestion Lachs & Reis setzt auf eine einzige, leicht verdauliche Proteinquelle kombiniert mit Reis als Kohlenhydratquelle – eine Kombination, die sich auch für Welpen mit empfindlichem Verdauungssystem eignen kann. Die Entscheidung sollte letztlich von Deinem individuellen Hund und seinen Bedürfnissen abhängen.

Rassespezifische Bedürfnisse berücksichtigen

Nicht alle Welpen sind gleich, und das gilt besonders für die unterschiedlichen Rassen. Ein Dackel-Welpe erreicht seine finale Größe bereits mit etwa zehn Monaten, während ein Bernhardiner-Welpe bis zu zwei Jahren braucht, um ausgewachsen zu sein. Diese unterschiedlichen Wachstumsgeschwindigkeiten bedeuten auch unterschiedliche Ernährungsbedürfnisse.

Große und riesige Rassen wie Labrador Retriever, Deutsche Schäferhunde oder Doggen sind während des Wachstums besonders anfällig für Skelettprobleme. Ihr schneller Knochenaufbau erfordert eine sorgfältig ausbalancierte Calcium- und Phosphorversorgung. Produkte wie Royal Canin Breed Health Nutrition Adult Labrador Retriever sind speziell auf die Bedürfnisse großer Rassen abgestimmt und enthalten Nährstoffe, die die Gelenkgesundheit unterstützen. Die Formel unterstützt auch die Gewichtskontrolle, was für Welpen großer Rassen wichtig ist, da Übergewicht die Gelenke zusätzlich belastet.

Kleine und mittlere Rassen haben einen noch schnelleren Stoffwechsel als große Hunde und benötigt entsprechend energiedichteres Futter mit höherem Fettgehalt. Ihre kleineren Mäuler profitieren von kleineren Kroketten, die leichter zu kauen sind. Für Welpen mittlerer Rassen gibt es spezielle Produktlinien, die auf diese Größenklasse abgestimmt sind.

Fütterungsplan und praktische Tipps für den Alltag

Die Wahl des richtigen Futters ist nur der erste Schritt. Wie Du fütterst, ist ebenso wichtig für die gesunde Entwicklung Deines Welpen. Welpen haben kleine Mägen und benötigen mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt. Ein Welpe unter acht Wochen sollte mindestens vier bis sechs Mahlzeiten am Tag erhalten, mit zunehmendem Alter kann auf drei Mahlzeiten reduziert werden.

Achte darauf, das Futter immer zur gleichen Zeit anzubieten und zwischen den Mahlzeiten keine Snacks zu füttern. Welpen lernen schnell, dass Betteln belohnt wird, und diese Angewohnheit kann sich ins Erwachsenenalter fortsetzen. Gleichzeitig solltest Du die Futtermenge regelmäßig an das Wachstum anpassen – die meisten Hersteller geben auf der Verpackung Richtwerte an, die Du nach dem Körperzustand Deines Welpen korrigieren kannst.

Frisches Wasser sollte immer zur Verfügung stehen. Besonders bei Trockenfutter ist der Flüssigkeitsbedarf höher als bei Nassfutter. Beobachte Deinen Welpen beim Fressen: Wenn er das Futter hinunterschlingt und anschließend erbricht, kann es helfen, die Mahlzeiten aufzuteilen oder etwas Wasser unter das Futter zu mischen. Bei Anzeichen von Verdauungsproblemen wie Durchfall oder Erbrechen, die länger als einen Tag anhalten, solltest Du einen Tierarzt konsultieren.

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