Die Zutatenliste lesen: Was steckt wirklich im Hundefutter?

Erfahre, wie du die Zutatenliste deines Hundefutters richtig interpretierst und welche Inhaltsstoffe wirklich wichtig sind. Ein Leitfaden für Einsteiger.

Warum die Zutatenliste so wichtig ist

Wenn du das erste Mal eine Packung Hundefutter in der Hand hältst, kann die Zutatenliste auf den ersten Blick überwältigend wirken. Lange Begrifflichkeiten, prozentuale Angaben und Fachbegriffe – wo soll man da nur anfangen? Dabei ist die Zutatenliste eines der wertvollsten Werkzeuge, um die Qualität eines Futters einzuschätzen und die beste Ernährung für deinen vierbeinigen Freund zu finden.

Die Zutatenliste verrät dir genau, welche Bestandteile in dem Futter verarbeitet wurden. Sie ist quasi der "Personalausweis" des Produkts und ermöglicht es dir, bewusste Entscheidungen zu treffen. Während Werbeaussagen oft vage Versprechungen machen und schöne Bilder von glücklichen Hunden zeigen, liefern die Zutaten konkrete Fakten. Hier erfährst du, ob tatsächlich viel Fleisch enthalten ist oder ob pflanzliche Proteinquellen den Hauptbestandteil ausmachen.

Das Lesen und Verstehen der Zutatenliste ist keine Wissenschaft, die nur Fachleuten vorbehalten ist. Mit dem richtigen Wissen kannst auch du innerhalb weniger Minuten einschätzen, ob ein Futter zu deinem Hund passt. In diesem Ratgeber erklären wir dir Schritt für Schritt, wie du die Zutatenliste richtig deutest, welche Begriffe dich täuschen könnten und welche Inhaltsstoffe wirklich zählen.

Die Anatomie einer Zutatenliste verstehen

Die Zutatenliste eines Hundefutters folgt bestimmten Regeln, die dir das Lesen erleichtern können. In Deutschland und der EU sind Hersteller verpflichtet, die Zutaten in absteigender Reihenfolge nach ihrem Gewichtsanteil aufzulisten. Das bedeutet: Die erste Zutat macht den größten Anteil des Futters aus, die letzte Zutat den kleinsten. Diese Regel ist der Schlüssel zum Verständnis jeder Zutatenliste.

Wenn du also siehst, dass "Frisches Huhn" an erster Stelle steht, weißt du, dass der größte Teil des Futters aus frischem Hundfleisch besteht. Steht dort hingegen "Mais" oder "Weizen", besteht das Futter hauptsächlich aus Getreide. Diese einfache Regel hilft dir, schnell die Hauptauptstoffe zu identifizieren, ohne jedes einzelne Detail lesen zu müssen.

Wichtig zu wissen ist auch, dass "Frisch" und "Getrocknet" einen enormen Unterschied machen können. Frisches Fleisch enthält viel Wasser – etwa 70 Prozent seines Gewichts sind Flüssigkeit. Getrocknetes Fleisch (auch "Fleischmehl" genannt) hingegen hat fast kein Wasser mehr und ist daher konzentrierter. Ein Futter mit "30% frischem Lamm" enthält also weniger tatsächliches Protein als eines mit "15% Lammmehl", da beim Trocknen das Wasser entfernt wird und die Nährstoffe konzentriert zurückbleiben.

Wichtige Begriffe und was sie bedeuten

In der Zutatenliste wirst du auf verschiedene Begriffe stoßen, die oft verwirrend sein können. "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" ist ein solcher Begriff, der viele Bedeutungen haben kann. Tierische Nebenerzeugnisse umfassen alles vom Schlachtprozess, das nicht als Muskelfleisch gilt – also Organe wie Leber, Niere und Herz, aber auch Knorpel, Sehnen und Knochen. Während hochwertige Organe sehr nährstoffreich sind, können minderwertige Nebenerzeugnisse die Qualität eines Futters deutlich mindern.

Der Begriff "Derivative tierischen Ursprungs" ist noch allgemeiner und kann praktisch jedes tierische Produkt umfassen. Viele hochwertige Hersteller verzichten bewusst auf solche pauschalen Begriffe und benennen stattdessen genau, welches Tier und welcher Teil verwendet wird – zum Beispiel "Frisches Lammfleisch" oder "Getrocknetes Huhn". Diese Transparenz ist ein gutes Zeichen für die Qualität eines Produkts.

Bei pflanzlichen Zutaten begegnen dir Begriffe wie "Getreideprodukte", "pflanzliche Nebenerzeugnisse" oder "Melasse". Getreide wie Mais, Weizen und Reis dienen oft als Energielieferanten und Füllstoffe. Für die meisten Hunde sind sie unbedenklich, aber bei Allergien oder Unverträglichkeiten solltest du sie meiden. Achte auch auf Begriffe wie "Aromen" oder "Geschmacksverstärker" – diese können künstlich sein und deuten manchmal darauf hin, dass minderwertige Zutaten verwendet wurden, die durch Zusätze schmackhafter gemacht werden sollen.

Auf diese Inhaltsstoffe solltest du besonders achten

Bestimmte Inhaltsstoffe geben dir wichtige Hinweise auf die Qualität und Verträglichkeit eines Hundefutters. Der Proteinanteil ist einer der wichtigsten Werte – er zeigt, wie viel Eiweiß im Futter enthalten ist. Die meisten ausgewachsenen Hunde benötigen einen Proteinanteil von etwa 25 bis 32 Prozent. Ein sehr hoher Wert wie 38 Prozent, wie beim Orijen Original, deutet auf einen extrem hohen Fleischanteil hin und ist besonders für aktive Hunde geeignet.

Der Fettgehalt liefert Energie und ist wichtig für Haut, Fell und die Aufnahme fettlöslicher Vitamine. Ein Wert zwischen 14 und 18 Prozent ist für die meisten adulten Hunde ideal. Sehr fette Futter mit Werten über 20 Prozent sind eher für sehr aktive Hunde oder solche mit besonderen Bedürfnissen geeignet. Der Fleischanteil schließlich zeigt dir, wie viel tierisches Material tatsächlich im Futter steckt. Hochwertige Futtermittel wie das Wildborn Dog Adult Wild Boar mit 70 Prozent Fleischanteil setzen hier Maßstäbe.

Achte auch auf das Calcium-Phosphor-Verhältnis, das für die Knochengesundheit wichtig ist. Ein Verhältnis von etwa 1,2:1 bis 1,5:1 gilt als ideal. Zusätze wie Vitamine, Mineralstoffe und Omega-3-Fettsäuren (oft aus Fischöl) sind wertvolle Ergänzungen, die du in der Zutatenliste finden kannst. Das Wolfsblut Arctic Fish Adult beispielsweise hebt sich durch seinen hohen Fischanteil und den damit verbundenen natürlichen Omega-3-Gehalt hervor.

Getreidefrei oder mit Getreide – was ist besser?

Die Frage "Getreidefrei oder nicht?" beschäftigt viele Hundebesitzer und ist nicht pauschal zu beantworten. Getreidefreie Futtermittel verzichten auf Weizen, Mais, Reis und andere Getreidesorten und setzen stattdessen auf Kartoffeln, Süßkartoffeln oder Hülsenfrüchte als Kohlenhydratquelle. Diese Entwicklung wurde ursprünglich für Hunde mit Getreideallergien oder -unverträglichkeiten entwickelt, hat sich aber zu einem allgemeinen Trend entwickelt.

Die Befürworter getreidefreier Futter argumentieren, dass Wölfe – die wilden Vorfahren unserer Hunde – keine Getreideprodukte fressen und die Verdauung von Hunden daher evolutionär nicht optimal auf große Mengen Getreide eingestellt ist. Kritiker wiederum weisen darauf hin, dass viele Hunde Getreide problemlos vertragen und es eine gute, kostengünstige Energiequelle darstellt.

In Wahrheit kommt es auf deinen individuellen Hund an. Die meisten gesunden Hunde vertragen moderates Getreide sehr gut. Wenn dein Hund jedoch Verdauungsprobleme, juckende Haut oder Ohrentzündungen zeigt, könnte eine Getreideunverträglichkeit die Ursache sein. In diesem Fall sind getreidefreie Alternativen wie das Purizon Adult Lamm & Kartoffel oder das Wolfsblut Adult Lachs & Kartoffel eine gute Wahl. Diese Futter setzen auf gut verträgliche Kohlenhydratquellen und bieten gleichzeitig einen hohen Fleischanteil.

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