BARF vs. Fertigfutter: Vor- und Nachteile der Fütterungsarten

Die Wahl zwischen BARF und Fertigfutter ist eine der wichtigsten Entscheidungen für Hundebesitzer. Erfahre, welche Fütterungsart zu deinem Hund passt.

Was versteht man unter BARF und Fertigfutter?

Die Frage, wie du deinen Hund am besten fütterst, beschäftigt jeden verantwortungsvollen Hundebesitzer. Zwei große Fütterungsphilosophien dominieren seit Jahren die Diskussion: BARF (Biologically Appropriate Raw Food) und konventionelles Fertigfutter. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung und ihre Anhänger, doch welche Variante wirklich die beste für deinen Vierbeiner ist, hängt von vielen individuellen Faktoren ab.

BARF steht für eine ursprüngliche, artgerechte Rohfütterung. Bei dieser Methode fütterst du deinem Hund rohes Fleisch, Knochen, Organe, Gemüse und manchmal auch Obst in einem bestimmten Mengenverhältnis. Die Idee dahinter: Hunde sind von Wölfen abstammende Karnivoren, deren Verdauungssystem evolutionär auf die Verarbeitung roher Nahrung ausgelegt ist. Befürworter dieser Fütterungsart betonen, dass sie dem natürlichen Fressverhalten des Wolfes am nächsten kommt und dadurch die Gesundheit des Hundes optimal unterstützt.

Fertigfutter hingegen umfasst alle industriell hergestellten Futtermittel – von Trockenfutter (Krokettes) über Nassfutter bis hin zu Halbfeuchtfutter. Diese Produkte sind darauf ausgelegt, alle Nährstoffbedürfnisse deines Hundes in einer praktischen, haltbaren Form zu decken. Die Herstellung erfolgt unter strengen Qualitätskontrollen, und die Zusammensetzung wird von Ernährungswissenschaftlern entwickelt, um eine vollständige und ausgewogene Ernährung zu gewährleisten.

Der grundlegende Unterschied liegt also nicht nur in der Form der Nahrung, sondern in der gesamten Philosophie der Fütterung. Während BARF auf Natürlichkeit und Individualität setzt, bietet Fertigfutter Komfort, Konsistenz und wissenschaftlich optimierte Nährstoffversorgung. Für Hundebesitzer bedeutet diese Entscheidung oft eine Abwägung zwischen Zeitaufwand, Kosten, Kontrolle über die Zutaten und der Gewissheit einer vollständigen Nährstoffversorgung.

Die BARF-Methode im Detail: Natürliche Ernährung

Wenn du dich für BARF entscheidest, begibst du dich auf einen Weg, der dich als Hundebesitzer zum aktiven Gestalter der Ernährung deines Tieres macht. Die BARF-Philosophie basiert auf dem Prinzip, dass Hunde als Nachfahren des Wolfes eine evolutionär angepasste Ernährung benötigen. Diese besteht hauptsächlich aus rohen tierischen Komponenten, ergänzt durch pflanzliche Zutaten, die der Verdauung dienen.

Die typische BARF-Ration setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Als Hauptbestandteil dient rohes Muskelfleisch von verschiedenen Tierarten – vom Rind über Geflügel bis hin zu Lamm oder Wild. Dieses liefert hochwertiges Protein und wichtige Aminosäuren. Rohe, fleischige Knochen bilden den zweiten wichtigen Pfeiler, da sie Calcium und Phosphor in einem natürlichen Verhältnis liefern und zusätzlich für die Zahngesundheit sorgen. Organfleisch wie Leber, Niere oder Herz ergänzt die Ration mit Vitaminen und Spurenelementen, die im reinen Muskelfleisch nur in geringen Mengen enthalten sind.

Gemüse und Obst machen in der BARF-Fütterung etwa 15-20 Prozent der Gesamtration aus. Diese werden vor dem Füttern meist püriert oder fein gehackt, da Hunde die Zellstruktur von Pflanzen nicht so effektiv aufbrechen können wie wir Menschen. Beliebt sind Kürbis, Karotten, Spinat oder Äpfel und Beeren. Einige BARF-Anhänger fügen auch zusätzliche Öle wie Fischöl oder Leinöl hinzu, um das Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren zu optimieren.

Die Umstellung auf BARF sollte schrittweise erfolgen, um den Verdauungstrakt deines Hundes nicht zu überfordern. Eine typische Übergangsphase erstreckt sich über zwei bis vier Wochen, in denen du nach und nach mehr Rohfutter und weniger Fertigfutter fütterst. Dabei ist es wichtig, die Kotkonsistenz deines Hundes zu beobachten – fester, kleinerer Kot deutet auf eine gut funktionierende Verdauung hin.

Fertigfutter: Wissenschaftlich optimierte Ernährung

Fertigfutter hat sich in den letzten Jahrzehnten zur beliebtesten Fütterungsmethode entwickelt – und das aus gutem Grund. Die industrielle Herstellung von Hundefutter basiert auf jahrzehntelanger Forschung und ermöglicht eine präzise abgestimmte Nährstoffversorgung, die alle Bedürfnisse deines Hundes deckt. Für viele Hundebesitzer bietet Fertigfutter die praktischste Lösung, die gleichzeitig Qualität und Sicherheit gewährleistet.

Trockenfutter macht den größten Teil des Fertigfutter-Marktes aus. Die Krokettes werden durch einen Prozess namens Extrusion hergestellt, bei dem die Zutaten unter hohem Druck und Hitze verarbeitet werden. Dieser Prozess macht das Futter haltbar, kills potenzielle Krankheitserreger und verbessert die Verdaulichkeit bestimmter Zutaten. Hochwertige Trockenfutter wie Orijen Original oder Wolfsblut Arctic Fish Adult zeichnen sich durch einen sehr hohen Fleischanteil aus, der die biologische Angemessenheit der Nahrung erhöht.

Die Zusammensetzung von Qualitäts-Trockenfutter wird von Ernährungsexperten so berechnet, dass alle essenziellen Nährstoffe in den richtigen Mengenverhältnissen enthalten sind. Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber selbst zusammengestellten Rationen, bei denen Mangelerscheinungen auftreten können, wenn die Zusammensetzung nicht sorgfältig geplant wird. Besonders wichtig ist dabei das Calcium-Phosphor-Verhältnis, das für Knochen und Zähne essenziell ist, sowie das Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren für Haut, Fell und das Immunsystem.

Nassfutter ergänzt das Angebot und bietet Vorteile für bestimmte Hundesituationen. Der hohe Feuchtigkeitsgehalt unterstützt die Flüssigkeitsversorgung, was besonders für ältere Hunde oder Tiere mit Nierenproblemen relevant sein kann. Zudem wird Nassfutter von vielen Hunden besser akzeptiert, da es geschmacksintensiver ist und eine weichere Konsistenz hat.

Vor- und Nachteile im direkten Vergleich

Die Entscheidung zwischen BARF und Fertigfutter sollte auf einer ehrlichen Abwägung der jeweiligen Vor- und Nachteile basieren. Beide Fütterungsarten haben ihre Berechtigung, und was für einen Hund optimal ist, muss nicht zwangsläufig für einen anderen gelten. Hier erfährst du, welche Aspekte du bei deiner Entscheidung besonders berücksichtigen solltest.

Die Vorteile von BARF liegen auf der Hand. Du hast volle Kontrolle über die Qualität und Herkunft der Zutaten, die du verwendest. Frische Zutaten in Bio-Qualität oder von regionalen Bauern kannst du selbst auswählen und verarbeiten. Viele Hundebesitzer berichten von verbessertem Fellglanz, besserer Zahngesundheit und weniger Allergien nach der Umstellung auf BARF. Die natürliche Rohkosternährung enthält keine künstlichen Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder Geschmacksverstärker, da diese schlichtweg nicht benötigt werden. Zudem regt das Kauen an rohen Knochen die Speichelproduktion an und kann auf natürliche Weise zur Reduktion von Zahnstein beitragen.

Dem stehen jedoch auch Nachteile gegenüber, die nicht unterschätzt werden sollten. BARF erfordert erheblichen Zeitaufwand für Planung, Einkauf und Zubereitung der Mahlzeiten. Die Lagerung großer Mengen frischen Fleisches stellt logistische Herausforderungen dar und erfordert ausreichend Gefrierkapazität. Ein nicht zu vernachlässigendes Risiko stellt die potenzielle Kontamination mit Bakterien wie Salmonella oder Campylobacter dar – nicht nur für deinen Hund, sondern auch für dich und deine Familie, insbesondere wenn kleine Kinder oder immungeschwächte Personen im Haushalt leben. Schließlich erfordert eine ausgewogene BARF-Ration tiefes Fachwissen über die Nährstoffbedürfnisse von Hunden, da Mangelerscheinungen bei unsachgemäßer Zusammenstellung möglich sind.

Fertigfutter überzeugt durch Praktikabilität. Die Fütterung ist unkompliziert, schnell und erfordert keine besonderen Vorkenntnisse. Die exakte Dosierung ist einfach, und du weißt genau, wie viel Nährstoffe dein Hund mit jeder Mahlzeit aufnimmt. Industriell hergestelltes Futter unterliegt strengen Qualitätskontrollen und ist auf seine vollständige Nährstoffversorgung getestet. Produkte wie Wolfsblut Grey Peak Adult oder Wildborn Dog Adult Wild Boar bieten hochwertige Alternativen mit hohem Fleischanteil und getreidefreier Formel, die viele BARF-Vorteile mit der Praktikabilität von Trockenfutter verbinden.

Die Nachteile von Fertigfutter betreffen vor allem die Verarbeitungstiefe. Der hohe Verarbeitungsgrad bei günstigeren Produkten kann zu Qualitätsverlusten bei den Inhaltsstoffen führen. Einige Trockenfutter enthalten Getreide als preisliche Füllstoffe, obwohl Hunde keine Karnivoren sind und Getreide nicht optimal verwerten können. Die Abhängigkeit von einem einzigen Hersteller bedeutet auch, dass du die genaue Zusammensetzung nicht kontrollieren kannst und auf die Deklaration des Herstellers vertrauen musst.

Worauf du bei der Wahl der Fütterungsart achten solltest

Die richtige Entscheidung zwischen BARF und Fertigfutter hängt von zahlreichen individuellen Faktoren ab. Bevor du dich für eine Fütterungsart entscheidest, solltest du verschiedene Aspekte deiner persönlichen Situation und der Bedürfnisse deines Hundes sorgfältig abwägen. Hier sind die wichtigsten Überlegungen, die dir bei der Entscheidung helfen können.

Die individuellen Bedürfnisse deines Hundes stehen an erster Stelle. Alter, Rasse, Aktivitätsniveau und Gesundheitszustand spielen eine entscheidende Rolle bei der Nährstoffversorgung. Welpen benötigen eine andere Kalorien- und Nährstoffdichte als ausgewachsene Hunde, und ältere Tiere haben wiederum andere Bedürfnisse. Hunde mit bestimmten Erkrankungen wie Nierenproblemen, Allergien oder Verdauungsstörungen können von speziellen Futtermitteln profitieren, die auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind.

Wenn dein Hund zu den aktiven Sport- oder Arbeitshunden gehört, benötigt er möglicherweise eine proteinreichere Ernährung als der durchschnittliche Familienhund. In diesem Fall können Produkte mit hohem Fleischanteil wie Orijen Six Fish Adult Dog mit 38 Prozent Protein oder Landmäuse Wild & Kürbis mit 28 Prozent Protein und hohem Wildanteil die bessere Wahl sein. Diese hochwertigen Futtermittel liefern die notwendige Energie und Muskelsubstanz für körperlich anspruchsvolle Aktivitäten.

Zeit und Ressourcen sind ebenfalls wichtige Faktoren. BARF erfordert nicht nur Zeit für die Zubereitung, sondern auch für die Recherche und Planung einer ausgewogenen Ration. Wenn du beruflich stark eingespannt bist oder häufig reist, kann die Fütterung mit Fertigfutter die praktikablere Lösung sein. Auch die finanziellen Aspekte solltest du bedenken: Hochwertiges BARF mit Bio-Fleisch kann kostspielig werden, während Qualitäts-Trockenfutter wie Wolfsblut Arctic Fish Adult einen guten Kompromiss aus Qualität und Preis bietet.

Besonders wichtig ist die Konsultation eines Tierarztes oder Ernährungsexperten vor größeren Fütterungsumstellungen. Dies gilt besonders bei Hunden mit Vorerkrankungen, Welpen oder trächtigen Hündinnen. Ein Fachmann kann dir helfen, die individuellen Bedürfnisse deines Hundes einzuschätzen und eine Fütterungsempfehlung aussprechen, die sowohl artgerecht als auch praktikabel ist.

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